Wenn ich Spiritualität sage, meine ich:

HERZOFFEN BLEIBEN

Spiritualität leitet sich vom lateinischen Wort spiritus - Geist - ab und meint das Leben in bzw. aus einem bestimmten Geist heraus - geistliches Leben.

Christliche Spiritualität meint die persönliche Ergriffenheit einzelner oder ganzer Gruppen von Gottes gutem - heiligem - Geist, der auch Jesus ergriffen hatte und der "weht, wo er will" (Johannesevangelium 3,8). Das Leben aus diesem Heiligen Geist, die Spiritualität, bedeutet die Gestaltung eines oft sehr individuellen persönlichen Weges der Gottesbegegnung.
Christliche Spiritualität ist durch die Jahrhunderte der immer neue Versuch, im eigenen Leben der Gestalt Jesu von Nazareth ähnlich zu werden: wie er mit den und für die Menschen gedacht, geredet und gehandelt und in einer vitalen und unmittelbaren Beziehung zu Gott gelebt hat.

Exerzitien

Das Leben fordert uns heraus.
Vom ersten Atemzug an sind wir gefragt, Leben zu lernen. Und ganz egal wie alt wir werden, das Lernen hört nie auf. Die tagtäglichen Verpflichtungen, Erwartungen und Sinnfragen wollen jongliert werden.
Damit wir nicht aus dem Gleichgewicht geraten, tun wir gut daran, für unsere Balance zu sorgen. Geist, Seele und Körper wollen in Einklang sein. Neudeutsch nennt man das Selbstfindung oder auch Persönlichkeitstraining.
Damals, als die ersten Persönlichkeitstrainings entwickelt wurden, bekamen sie den Namen Exerzitien
(lat. exercitium, engl. exercise = Übung).
Die Welt hat sich seit dem sehr verändert.
Die Exerzitien wirken noch heute.

Exerzitienkurse in einem Seminarhaus können zwischen 4 und 30 Tagen dauern und finden einzeln oder in einer Gruppe mit qualifizierter Begleitung in durchgehendem Schweigen und mit regelmäßigen Einzelgesprächen statt.
Die Auszeit ist geprägt von Gebet und Meditation in Stille oder von Impulsen aus der christlichen Tradition oder auch Texten oder Bildern aus anderen Religionen, Kunst und Literatur, die in die Tiefe der eigenen Person und das Mysterium des Göttlichen führen.
Aus dem Kontakt mit diesen inneren Potenzialen erwächst Kraft und Klarheit, das eigene Leben in allen Beziehungen zu ordnen.

Prägend für die Tradition der Exerzitien sind Ignatius von Loyolas „Geistliche Übungen“ (lat. exercitia spiritualis) und die Tradition der Jesuiten, ebenso aber auch andere anerkannte geistliche Traditionen der Kirche wie die monastische Bewegung mit Benedikt von Nursia, Gründer des Benediktinerordens, Bernhard von Clairvaux mit den Zisterziensern, Teresa von Avila und Johannes vom Kreuz mit den Karmelitenorden oder die geistliche und caritative Armutsbewegung des Mittelalters mit Franz von Assisi und Dominikus.